Ein zukunftsweisender Ansatz



Sämtliche Mitarbeiter in Unternehmen werden nicht nur lebenslang sondern auch „lebensweit“ lernen. Von ihnen werden nicht nur eine neue Lernhaltung, sondern auch starke persönliche, soziale und Lernkompetenzen erwartet. Für diese Herausforderungen ist „Accelerated Learning” geradezu geschaffen. Was aber macht sie zu einem zukunftsweisende Ansatz für das Lernen und Lehren? Weshalb ist sie eine vielversprechende Antwort auf die Suche nach nachhaltigem Lernen in Unternehmen und Organisationen, und auch in Universitäten und Schulen?

Accelerated Learning ist kein festgeschriebenes Gebilde. Es ist ein offener und weiterentwicklungsfähiger (Meta)Ansatz und Rahmen, der all das integrieren kann, was zu einem optimalen Lernen führt.

Es zielt nicht nur auf die Gestaltung eines optimalen Lernprozesses im speziellen, also in der Ausbildung, im Seminar, Lernen am Arbeitsplatz, in Blended Learning Kursen oder in E-Learningmodulen etc.. Mit einem erweiterten Blick fordert sie auch die unterstützende Einbindung aller Menschen und Faktoren in der Organisation, die den Erfolg des Lernens beeinflussen können – vor und nach dem „Lernevent“.

Accelerated Learning erschafft eine Lernumgebung, in der die Lernenden tiefer, praxisorientiert und nachhaltiger lernen, weil sie

  • über ihre vermeindlichen Grenzen hinauswachsen,
  • emotional engagiert und motiviert den persönlichen Nutzen des Inhaltes entdecken,
  • in einem sicheren Rahmen und in einem guten Zustand interaktiv mit dem Neuen, der Lernumgebung, den anderen TeilnehmerInnen und der Lehrperson umgehen können und
  • ganzheitlich, mit allen Sinnen und gleichzeitig bewusst und unbewusst lernen.

Die Säulen, auf denen es steht sind:

  • Der systemische Blick (Mit allen Menschen und Faktoren in der Organisation arbeiten, die das Lernen fördern und hemmen können. Den Lernprozess durch Vorarbeit und Transferbegleitung verlängern)
  • Spielerisches Entdecken (Die TeilnehmerInnen durch eigene Erfahrung in einer spielerischen Weise lernen lassen.)
  • Interaktive und lernerzentrierte Lernumgebung (Den Lernern werden viele und abwechslungsreiche Möglichkeiten geben, mit dem Inhalt, den Mitlernern, der Lehrperson und dem Raum zu kommunizieren und zu arbeiten.)
  • Große Lerntiefe (Sowohl beim „Stoff“ von der Information zum tiefen Verstehen und zur Meisterschaft zu kommen, als auch über das eigene Lernen und den Prozess zu reflektieren.)
  • Selbstwirksamkeitserwartung steigern (Lern- und Erlebnissituationen kreieren, in denen Lerner über ihre vermeindlichen Grenzen gehen und dadurch ihre Einstellung zu ihrem eigenen Können und ihrer Person verändern.)
  • State Management (Den Zustand der Lerner auf der mentalen, emotionalen und physischen Ebene so balancieren, dass sie entspannt, frisch und konzentriert lernen können.)
  • Motivation (Alle Register ziehen, die die Motivation der Lerner hervorrufen, bestärken und am Leben halten können, wie beispielsweise die persönliche Bedeutung erkennen lassen, ein positives Lernklima schaffen, einschränkende Einstellungen überwinden lassen.)
  • Die Lehrperson (Die eigene Wirkung und Rollenmöglichkeiten kennen und aktiv Beziehungen zu den Lernern gestalten, die sich u.a. durch hohe Erwartungen und den Glauben an alle TeilnehmerInnen auszeichnen.)

Accelerated Learning ist aber nicht nur eine Theorie, eine Sammlung von erprobten Prizipien und einer Schatztruhe von spezifischen Methoden und Werkzeugen. Es ist auch eine äußerst nützliche Vorlage für das Design von Seminaren, Workshops, Ausbildungseinheiten, Präsentationen, Vorträgen usw.

Damit ist aber die eingangs gestellte Frage nur zum Teil beantwortet. Die Wirkung und die Ergebnisse von Accelerated Learning gehen weit über tiefes und nachhaltiges Lernen hinaus. Schuld daran sind ihre “Nebenwirkungen”. Accelerated Learning arbeitet nicht nur optimal auf der offiziellen Ebene des Inhaltes/Themas, sondern „heimlich“ und parallel auch an der:

  • Verbesserung des Selbstkonzeptes - und damit der persönlichen Kompetenz
  • Erweiterung der sozialen Kompetenz der Lerner
  • Entwicklung einer positven Lernhaltung und Lernkompetenz

Genau diese “Nebenwirkungen” wurden u.a. in einem Forschungsprojekt der Universität München, Siemens und unserem Unternehmen bestätigt. Accelerated Learning hat also transformatives Potential und fördert bei den Lernern Qualitäten und Kompetenzen, die in der Zukunft des Lernens (siehe letzter Blogeintrag) eine essenzielle Rolle im Beruf spielen werden.

In besagtem Forschungskurs wurden die TeilnehmerInnen u.a. gefragt: „Macht Ihnen Lernen Spaß?“ Vor dem Kurs war die mehrheitliche Antwort: „Es kommt darauf an, was man lernt“, nach dem Kurs hingegen: „Es kommt darauf an, wie man lernt.“ Das nenne ich eine positive Lernhaltung – und die ist ja bekanntlich der Garant für ultimative Nachhaltigkeit.

 

Natürlich sind die Säulen von Accelerated Learning viel zu kurz gekommen. Deshalb nehme ich sie mir im nächsten Blog etwas genauer vor.

Für heute herzliche Grüße aus Atlanta,
Ihr Roland Böttcher