Die Zukunft des Lernens



Wie wird das Lernen in Unternehmen in der Zukunft aussehen? Keiner kann diese Frage mit Sicherheit beantworten. Werfen wir aber einen Blick auf Trends und Entwicklungen im sozialen, ökonomischen und technologischen Bereich, können wir uns eine deutlichere Vorstellung machen. Die im folgenden aufgeführten Daten und Schlussfolgerungen basieren im wesentlichen auf einer Studie von 2011, die von er EU in Auftrag gegeben wurde (Studie: The Future of Learning).

Fünf Entwicklungen, die das künftige Lernen maßgeblich bestimmen


1. Bevölkerungsentwicklung
Der Anteil der älteren Menschen wird steigen und die Zahl der jungen Menschen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen wird abnehmen.

2. Globalisierung
Durch das wirtschaftliche Wachsen von China und Indien entsteht eine immer stärkere ökonomische Konkurrenz für Europa. Der Arbeitsmarkt in diesen beiden Ländern ist riesig, während in Europa die Zahlen der Arbeitskräfte sinken.

3. Bevölkerungszuwanderung
Die UN schätzt, dass bis 2050 jährlich 1.6 Millionen Menschen aus armen Ländern nach Europa einwandern werden. Diese Entwicklung kann helfen, die Engpässe bei den Arbeitskräften zu überbrücken. Allerdings werden die Immigranten in der Regel nicht hoch qualifiziert sein.

4. Arbeitsmarkt
Wie wird sich der Bedarf an unterschiedlichen Qualifikationen entwickeln? Die Prognosen sagen einen chronischen Mangel an qualifizierten Arbeitnehmern voraus, weil der Bedarf an weniger qualifizierter Arbeit abnehmen und der an höher qualifizierter zunehmen wird.

5. Technologie
Die rasante und anhaltende technologische Entwicklung wird starken Einfluss auf die Jobanforderungen und ihre Strukturen wie auf das Lernen und sein Formen nehmen. Trends sind heute schon zu beobachten.

Drei fundamentale Veränderungen


Auf dem Hintergrund der dargestellten Entwicklungen wird es zu drei tiefgreifenden Veränderungen kommen, die nicht unbedingt neu, aber künftig richtungsgebend sein werden.

1. Das Lernen wird mehr und mehr auf die individuellen Bedürfnisse der Lerner maßgeschneidert werden. Vor allem durch technologische Möglichkeiten sehen viele Experten individuell angepasste Lehrpläne - je nach Kompetenz, Zeitrahmen und Lernstil des Lerners. Vor allem an den Schulen und Universitäten werden neue Lernstrategien, flexible Curricula und neue Bewertungssysteme eingeführt werden.

Das Verständnis von Lernen wird sich erweitern. Es wird in großem Maße in eigener Verantwortung, pro-aktiv, selbstorganisiert und lebenslang erfolgen. Vom Lerner werden Initiative, Belastbarkeit, Verantwortlichkeit, Flexibilität, Kreativität und Risikobereitschaft erwartet - in einem Wort eine neue Lernerhaltung und eine starke persönliche Kompetenz.

Die Lehrangebote der Zukunft werden lernerzentiert, aktiv/interaktiv, motivierend, ansprechend, einbindend und herausfordernd sein. Vor allem bei Unternehmen werden sie mehr und mehr in den Arbeitsprozess integriert werden, aber auch Distance-Learning Angebote mit mobiler Technologie beinhalten.

2. Die Zusammenarbeit und das gemeinsame soziale Lernen wird ein großes Gewicht erhalten. Der offene Austausch von Wissen und Erfahrungen zum gegenseitigen Nutzen wird nicht nur die Kollegen am Arbeitsplatz umfassen. Junge MitarbeiterInnen werden von älteren und unerfahrene von erfahrenen lernen - und umgekehrt. Peer- und Team-Learning werden zunehmen, wie auch digitale Netzwerke und Communities. Von den Lernern wird deshalb ein hohes Maß an sozialer Kompetenz besonders mit den Fähigkeiten Empathie oder Teamwork erwartet.

3. Das Lernen wird in der Zukunft informeller werden, weil es nach der Uni oder der Berufsausbildung nicht abgeschlossen ist. Neue Möglichkeiten für die formale Anerkennung dieser Weiterbildungen werden geschaffen werden, damit sie von allen Unternehmen und Organisationen anerkannt werden.

Die Antwort Europas und die Kompetenzen der Zukunft


Die Antwort Europas auf die demografische Entwicklung, die Globalisierung und die Immigration soll das „lebenslange Lernen“ als zentrale Lernparadigma werden. Durch die technologische Entwicklung wird das Lernen durch Medien und cloud computing jederzeit und überall möglich - und dadurch zu einem „lebensweiten Lernen“.

Das mathematische, verbale, wissenschaftliche und digitale Wissen und Können bleiben auch künftig die Grundlage. Hinzu kommt die wachsende Bedeutung der „Soft Skills“ - der Kommunikationskompetenz, der Problemlösung und Teamarbeit. Aber auch die Fähigkeit für Reflexion, Kreativität und Lernen lernen sind wichtig.

Der Schwerpunkt beim Lernen verschiebt sich von den Institutionen immer mehr zum Einzelnen. Andere Infrastrukturen werden entstehen und ein hohes Maß an Eigenverantwortung und Selbstorganisation beim Lerner voraussetzen.

Die Zukunft ist immer eine Reise ins Ungewisse. Aber etliche Prognosen nehmen übereinstimmed an, dass die wichtigsten Kompetenzen der Zukunft die Lernkompetenz und die persönliche und soziale Kompetenz (EQ) sein werden.


Welche Trends und Entwicklungen spüren Sie bereits heute? Wo stehen Sie mit Ihrer Organisation heute? Welche Schritte können Sie schon heute tun, um Ihr Unternehmen auf die Zukunft einzustellen?

Warum gerade Accelerated Learning der zukunftsweisende Ansatz für Lernen und Lehren ist, lesen Sie im nächsten Blog.

Für heute herzliche Grüße aus Atlanta,
Ihr Roland Böttcher