Die Idee

Vieles hätte ich verstanden, wenn man es mir nicht erklärt hätte.
Stanislaw Jerzy Lec

In diesem Blog geht es um das Lernen und Lehren. Es geht um Forschung und persönliche Meinung, um Erkenntnisse und eigene Gedanken, um Fragen und Staunen, und deren praktische Bedeutung. Auf dieser Reise hoffe ich auf Begleitung durch Kommentare, E-Mails - und vielleicht kann durch diesen Austausch sogar ein interessanter Dialog entstehen.

In Seminarhotels sehe ich durch Fenster und offene Türen wie meine TrainerkollegInnen fast ausnahmslos frontal vor Tischen in Hufeisenform sitzen und ihre textschwangeren PowerPoint-Folien erläutern. Es ist für mich kein Wunder, dass sich gegen diese Art des Lernens eine Überlebensbewegung für Methodenvielfalt stemmt: In vielen Blogs, Newslettern und Bücher kann man wirkungsvolle und lebendige Methoden nachlesen und in etlichen Seminaren und Ausbildungen erfahren und ausprobieren.

Vielleicht ist es nur mein persönlicher und beschränkter Eindruck, aber ich habe das Gefühl, dass bei dieser, manchmal suchthaften Konzentration auf Methoden („Methoden-Junkies”), wichtige Fragen und Perspektiven verloren gehen. Methoden sind in jedem Seminardesign nicht der erste, sondern der letzte Schritt. Sie stehen ganz am Ende, weil sie von anderen Faktoren, von den Zielen, den TeilnehmerInnen und dem Lerninhalt abhängen.

Deshalb möchte ich in diesem Blog mehr auf die Fragen fokussieren, die hinter den Methoden stehen: Was hilft uns praktisch, vom „Oberflächenlernen” zum „Tiefenlernen” zu kommen? Weshalb reicht Informationen lernen nicht aus und was muss an seine Stelle treten? Wie kann man transformatives Lernen fördern? Wann ist Lernen durch Präsentationen, Lernstraßen, Lernkonzerte (deduktives Lernen) angebracht und wann Lernen durch eigenes Entdecken und Erleben (induktives Lernen)? Welche Rolle spielt die Lehrperson in welchem Lernzusammenhang? Wie kann man als Trainer systemisches Denken und Lernen zusammenbringen? Und nicht zuletzt auch die Frage nach der Zukunft des Lernens – um nur einige Beispiele zu nennen.

Vielleicht erscheinen diese Fragen teilweise theoretisch. Für mich sind sie in höchstem Maße mit praktischem Handeln verbunden – und das soll auch in diesem Blog klar werden. In diesem Sinne „ikimasho”!